Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata)


Kurzvorstellung

Die im Spitzwegerich enthaltenen Schleimstoffe, Flavonoide und Gerbstoffe (siehe Übersicht über die Wirkstoffgruppen unter Pflanzenporträts) wirken reizlindernd auf Haut und Atemwege und haben antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Spitzwegerich wird innerlich als Tee, Hustensaft oder Frischpflanzensaft gegen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt, oder äußerlich durch Auftragen von des Pflanzensafts oder Auflegen von frisch gequetschten Pflanzen auf verletzte oder gereizte Hautstellen.

Die Wirkung des Spitzwegerich zur Behandlung von Katarrhen im Bereich des Atemtraktes, milden Entzündungen der Schleimhaut im Mund-/Rachenraum, Insektenstichen und zur Wundheilung ist laut einer Studie der ESCOP wissenschaftlich zufriedenstellend nachgewiesen.

 

 

Ernte
Die Ernte der Blätter ist von Juni-Oktober möglich. Am besten erntet man die frischen Blätter kurz vor der Blütezeit. Es kann getrocknet und auch frisch verwendet werden. Es sollten nur frische, saubere, gesunde Blätter ohne Flecken und Beschädigungen gesammelt werden. Die Trocknung sollte zügig bei bis zu max. 45°C erfolgen. 
 

Pflanzenheilkunde (traditionelle und volkstümliche Anwendung)
Spitzwegerich ist eine traditionelle Heilpflanze deren Nutzung weit ins Altertum zurück reicht und weltweit verwendet wurde und wird. Haupteinsatzgebiet waren und sind Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen.

Atemwegserkrankungen
Der Spitzwegerich enthält reizlindernde und schleimlösende Inhaltsstoffe. Er hilft also bei z. B. Reizhusten und bei Entzündungen der Mund-/Rachenschleimhaut sowie bei Katarrhe sowie zumindest unterstützend zur Behandlung von fiebrigen Lungen- und Bronchialleiden.

Hauterkrankungen
Der Spitzwegerich wird bei Wunden und leicht entzündlichen Hauterkrankungen, sowie zur Behandlung von Insektenstichen verwendet. Hierzu werden gern Mazerate oder aber frisch „gepresster“ Saft aus den Blättern verwendet. Wird man auf einer Wanderung von einem Insekt gestochen oder ritzt sich an Gestrüpp so nimmt man frische Spitzwegerichblätter, zerdrückt/zerreibt diese zwischen den Fingern bis Saft austritt und legt diese dann auf den verletzten Hautbereich. 

In der Volksmedizin findet Spitzwegerich zu dem Einsatz im Bereich von Magen-Darm-Erkrankungen, bei Durchfällen, bei Leberleiden, zur Anregung der Harnausscheidung und bei Blasenentzündungen.

ESCOP1 Indikationen lt. der Monografie aus 2013
Katarrhe im Bereich des Atemtraktes, milde Entzündungen der Schleimhaut im Mund-/Rachenraum, Insektenstiche und Wundheilung.

Die orale Tagesdosis ist angegeben mit 
3-6g Droge für Erwachsene
1-2g Droge für Kinder >1-4Jahre
2-4g Droge für Kinder 4-10 Jahre
3-6g Droge für Kinder/Jugendliche >10 Jahre

Anwendung
oral oder lokal

Nebenwirkungen
allergische Reaktionen sind auf den Pollen zumindest möglich.

Kontraindikationen
keine bekannt

Interaktionen mit anderen Medikamenten
keine bekannt

Schwangerschaft und Stillzeit

Keine Daten vorliegend. Die Anwendung sollte unterbleiben bzw. nur nach Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Überdosierung
Es wurden bislang keine toxischen Effekte beschrieben.

 


Homöopathie
In der Homöopathie verwendet man den Breitwegerich (Plantago major). Interessanterweise wird er in der Homöopathie nicht bei Husten sondern v. a. bei Zahnschmerzen und Ohrenschmerzen, Neuralgien und bei Bettnässen eingesetzt.

Pharmakologische Wirkungen und Wirksamkeit
Den Extrakten wird aufgrund experimenteller Untersuchungen eine antientzündliche, antioxidative, antibakterielle, wundheilungsfördernde, immunmodulierende und gerinnungsfördernde Wirkung zugeschrieben. 

Der derzeitige therapeutische Einsatz beruht auf langjähriger praktischer Erfahrung und wurde in klinischen Studien am Menschen hinreichend erwiesen.

Die in diesem Blog vorgestellten Hausmittel und Rezepte können Weg zum Arzt oder Tierarzt nicht ersetzen. Siehe Haftungsausschluss.