Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Kurzvorstellung

Der Frauenmantel enthält Gerbstoffe und Flavonoide. Er wird innerlich in Form von Tees oder Tinkturen zur Behandlung von Magen-/Darmbeschwerden und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Äußerlich angewendet eignet er sich zur Linderung von entzündlichen Veränderungen der Haut (z.B. Ekzeme).

 

 

Wissenswertes
Der Frauenmantel ist relativ anspruchslos und sehr frosthart. Die Früchte bestehen aus einsamigen Nüsschen und werden zum Teil ohne Befruchtung gebildet (Jungfernzeugung).
Alchemilla weist wohl auf die „Alchemisten“ hin, die einst in der Morgendämmerung die Tautropfen von den Blättern der Pflanze sammelten und bei ihren Versuchen Gold herzustellen verwendeten. Sie schrieben diesen Tautropfen deshalb Wunderkräfte zu, weil die Pflanzen auch an Tagen, an denen auf anderen Pflanzen kein Tau lag, von Wassertropfen bedeckt waren.
Heute weiß man, dass der Grund dafür die Guttation ist. Bei hoher Luftfeuchtigkeit, wenn das Wasser nicht von den Blättern verdunsten kann, scheidet der Frauenmatel Wasser in Tropfenform ab, das aus winzigen Wassersspalten an den Zähnchen der Blattränder austritt.

Ernte und Lagerung

Geerntet werden die Blätter und Blütenstände in Blüte (keine ausgebleichten Blätter ernten). Meist sind zwei Ernten (Juni und August) möglich. Erntegut bei ca. 40°C trocknen und trocken und lichtgeschützt aufbewahren.

 

Pflanzenheilkunde (traditionelle und volkstümliche Anwendung)
Seit dem späten Mittelalter ist die medizinische Verwendung des Frauenmantelkrauts gut dokumentiert. Es ist heute ein weitverbreitetes und verwendetes „Frauenkraut“. Zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden sowie während der Menstruation findet es Anwendung. Tee und Tinktur werden auch bei Magen-Darm-Beschwerden, bei unspezifischen Entzündungen und Durchfallerkrankungen eingesetzt. Wässrige Zubereitungen wurden und werden – zumeist als Auflagen oder Umschläge oder als Waschungen – bei entzündlichen und ekzematösen Hauterkrankungen (einschl. Entzündungen des Nagelbettes) eingesetzt. 

 

Pharmakologische Wirkungen und Wirksamkeit

Unbestritten ist die adstringierende Wirkung des Frauenmantelkrauts durch die vorhandenen Gerbstoffe. Ebenso bei leichten unspezifischen Durchfallerkrankungen und Magen-Darm-Störungen. Durch den hohen Gerbstoffgehalt ist die Anwendung als Gurgelwasser und als Wundheilmittel begründbar.

 

 

Dosierungen in der traditionellen Pflanzenheilkunde

Kraut
  • Leichte unspezifische Durchfallerkrankungen und entzündliche Hautveränderungen (Bsp. Ekzeme)
  • Tee: als ED 2TL Droge – ca. 2g – auf 150ml Wasser, bis zu 2-4 mal täglich
  • Tagesdosis 4-10g Droge
  • Tinkturen und Extrakte entsprechend

Anwendung

oral oder lokal

 

Nebenwirkungen/Kontraindikationen

Keine bekannt.
 

Interaktionen (Wechselwirkungen) mit anderen Medikamenten
Keine bekannt.

 

Bewertung aus phytotherapeutischen Forschungsgruppen

Kommission E

Positive Bewertung.

Angaben der Kommission E:
Wirkungen:

Adstringierend.

 

Anwendung:

Leichte unspezifische Durchfallerkrankungen.

 

ESCOP

Ergänzt das Anwendungsgebiet mit „gastrointestinalen Beschwerden und bei Menstruationsschmerzen“.

 

HMPC

Keine Bearbeitung.

Homöopathie
Droge: Die frischen oberirdischen Teile.
Anwendung: Chronischer Durchfall bei Lebererkrankungen, Weißfluss.

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