Die Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium L.)

Kurzvorstellung

Die Schafgarbe wirkt unter anderem leberschützend, entzündungshemmend und kramflösend. Sie wird innerlich bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt und bei Menstruationsbeschwerden und äußerlich zur Behandlung kleinerer Wunden eingesetzt.

 

 

Wissenswertes
Die Wiesen-Schafgarbe kommt mit Kälte gut zurecht, kann auch Dürre mal vertragen, mag es feucht aber keine dauerhaft „nassen Füße“, kann auch Halbschatten vertragen. Die Artengruppe Achillea millefolium L. umfasst 8 Kleinarten die untereinander nicht selten hybridisieren und somit nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. 
Millefolium heißt Sie, da die Anzahl der kleinsten Blättchen eines Blattes einige Hundert betragen kann.
Sie ist bei Tagfaltern sehr beliebt und wird auch von vielen Wildbienen als Nektar- und Pollenquelle sehr geschätzt. Selbst Käfer nähren sich an ihrem Pollen und fressen Teile der Blüte.
Als Heilpflanze dient nur A. millefolium L., nicht aber die kultivierten Zuchtformen, da die Inhaltsstoffe nicht die identisch sind.

In der Antike war das Kraut ein wichtiges Mittel um die Verletzungen der Krieger zu versorgen (Blutungen zu stillen und die Wundheilung zu forcieren). Der Sage nach soll der Held Achilles im trojanischen Krieg dem verletzten König Telephus auf diese Weise das Leben gerettet haben. So wurde er zum Namensgeber der Pflanze (Achilles – Achillea)

Ernte und Lagerung

Ältere Pflanzen lassen sich bequem durch Stockteilung oder Ausläuferstecklinge vermehren. Sie blüht mehr, wenn der Boden um sie herum „locker ist“. Steht sie zu dicht, dann blüht sich nicht. Zu viel Wasser – Staunässe – erhöht die Gefahr von Fäulnis.
Geerntet wird das Kraut, wenn rund die Hälfte der Pflanzen in Blüte steht. Ab dem Zweiten Kulturjahr kann man auch 2 mal im Jahr – Juni/Juli und August/Oktober – geerntet werden. Nach der Ernte werden die Stängel auf 10 cm eingekürzt.

 

 

Pflanzenheilkunde (traditionelle und volkstümliche Anwendung)
Die Schafgarbe ist eine Heilpflanze mit sehr langer medizinischer Anwendung (mind. seit dem Altertum). Einsatzgebiete von Tee und Tinktur aus Kraut und Blüten sind unspezifische Magen-Darmerkrankungen (auch Dyspepsie u. Durchfall), Leber- und Gallestörungen, Beschwerden im Bereich der ableitenden Harnwege, bei Menstruationsbeschwerden, entzündlichen Hauterkrankungen (z. B. Schürf- u. Schnittwunde) sowie bei Blutergüssen. Sie kann gut als Sitzbad bei Anal- und Hämorrhoidalerkrankungen eingesetzt werden. Frisch zerquetschte Blätter eignen sich zur Wundauflage oberflächlicher Verletzungen. Sie hilft Blutungen zu stillen.

 

Pharmakologische Wirkungen und Wirksamkeit

Sie wirkt antioxidativ, entzündungshemmend, adstringierend (zusammenziehend), leberschützend und choleretisch (den Gallenfluss fördernd) sowie mild spasmolytisch (krampflösend). Zudem wird ihr eine gewisse antimikrobielle Wirkung zugeschrieben.

 

 

Dosierungen in der traditionellen Pflanzenheilkunde

Kraut
  • Appetitsteigernd (innerlich)
  • Leichte krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, einschl. Flatulenz (innerlich)
  • Leichte krampfartige Menstruationsbeschwerden (innerlich)
  • „Kleine“ oberflächliche Wunden (äußerlich)
  • 2-4g Droge auf 250ml kochendes Wasser, 3-4 x tgl. zwischen den Mahlzeiten
  • Tinkturen/Extrakte – flüssig – zur Appetitsteigerung ca. 30 Min. vor den Mahlzeiten
  • Presssaft 5-10ml, 2-3 x tgl.
  • 1-2g Droge auf 250ml kochendes Wasser bis zu 2-3x tgl.
  • 3,5g Droge auf 250ml kochendes Wasser, 2-3x tgl.
Blüten
  • Appetitsteigernd (innerlich)
  • Leichte krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, einschl. Flatulenz (innerlich)
  • Leichte krampfartige Menstruationsbeschwerden (innerlich)
  • „Kleine“ oberflächliche Wunden (äußerlich)
  •  1,5- 2g Droge auf 250ml kochendes Wasser, 2 x tgl. zwischen den Mahlzeiten
  • Tinkturen/Extrakte – flüssig – zur Appetitsteigerung ca. 30 Min. vor den Mahlzeiten
  • 1-2g Droge auf 250ml kochendes Wasser bis zu 2-3x tgl.
  • 1,5g Droge auf 250ml kochendes Wasser, 2-3x tgl.

Tees sollten 10 bis 15 Minuten abgedeckt ziehen, und das Kondenswasser sollte vor Anwendung in den Tee zurück gegeben werden (Kondenswasser enthält die leicht flüchtigen ätherischen Öle, denen eine wesentliche Wirkung zuzuschreiben ist.)

Für Teil- und Vollbäder werden 50 bis 100 Gramm Kraut verwendet und mit eimem Liter heißem Wasser übergossen, 10 bis 15 Minuten abgedeckt ziehen gelassen und dann dem Badewasser beigegeben.

 

Anwendung

oral oder lokal

 

Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen vom verzögerten Typ sind möglich (Kontaktdermatitis, juckende und entzündliche Hautveränderungen und Bläschenbildung), Kreuzreaktionen mit anderen Korbblütlern sind ebenfalls möglich.

 

Kontraindikationen

Allergien

 

Interaktionen (Wechselwirkungen) mit anderen Medikamenten
Keine Daten vorliegend.

Schwangerschaft und Stillzeit
Keine Daten vorliegend. 

Überdosierung
Keine Daten vorliegend.

Bewertung aus phytotherapeutischen Forschungsgruppen

Kommission E

Positive Bewertung.

Angaben der Kommission E:
Wirkungen:

Choleretisch (Gallenfluss anregend), antibakteriell, adstringierend (zusammenziehend), spasmolytisch (kramplösend).

 

Anwendung:

Appetitlosigkeit; Dyspeptische Beschwerden wie leichte, krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Trakt; Sitzbäder bei krampfhaften Schmerzzuständen psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau.

 

ESCOP

Positive Bewertung (Empfehlung wie Kommission E u. außerdem zur Behandlung leichter  Haut- u. Schleimhautentzündungen).

 

HMPC

Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Homöopathie
Das frische blühende Kraut bei z. B. Blutungen und Krampfadern.

Die in diesem Blog vorgestellten Hausmittel und Rezepte können Weg zum Arzt oder Tierarzt nicht ersetzen. Siehe Haftungsausschluss.