Salbei - Ein Kurzportrait

Pflanzengestalt
Der Salbei ist ein ausdauernder ca. 50-70cm hoher, in der Basis verholzender, immergrüner, grundsätzlich winterharter Halbstrauch.

 

Die Blätter sind bis 10 cm lang, sie sind länglich bis eiförmig und lang gestielt. Die Blätter sind am Rand fein gekerbt und auf beiden Blattseiten graufilzig behaart. Einzelne Blätter besitzen am Grunde der Blattspreite meist beidseitig einen kleinen Auswuchs – man sagt auch sie sind „geöhrt“-.

 

Der Salbei riecht sehr würzig und krautig und hat einen sehr intensiven, durchdringenden herb-würzigen bis leicht bitteren und/oder scharfen Geschmack.

 

 

Nutzung
Es werden die (meist) getrockneten Blätter verwendet. Alternativ wird auch das ätherische Öl des Salbei genutzt, das mittels Wasserdampfdestillation aus den oberirdischen Teilen gewonnen wird.

                                                                                                                

Wirkung

Salbei wirkt

  • appetitanregend und verdauungsfördernd (regt den Gallefluss an und wirkt entkrampfend),
  • antimikrobiell (gegen einige gram positive und gram negative Bakterien),
  • fungizid (z. B. gegen Hefen und Candida albicans),
  • antiviral (z. B. bei Herpes simplex und auch bei verschiedenen viralen Darmentzündungen),
  • zusammenziehend,
  • antihydrotisch (schweißhemmend),
  • antiinflammatorisch,
  • analgetisch (schmerzlindernd)
  • metastasehemmend
  • antioxidativ und
  • blutzuckersenkend.

Verwendung

Als Gewürz
Salbeiblätter sind als konservierendes Fleisch- und Fischgewürz bekannt. Durch ihre Inhaltsstoffe verzögern sie das ranzig werden von Fetten. Er ist Bestandteil der Herbes de Provence und in Dtld. wird er gern zur Würze von Wildgerichten genutzt.
In der Kosmetik dient er als natürliches Konservierungsmittel und findet in Seifen, Lotionen, Zahncremes etc. häufig Verwendung.
Auch in Schnäpsen – v. a. Verdauungsschnäpsen – ist er oft enthalten.

Als Arzneidroge

  • In der Humanmedizin
    Man verwendet ihn in Form von Tinkturen, Extrakten oder Tees, innerlich bei z. B. dyspeptischen Beschwerden, bei Durchfällen und bei übermäßiger Schweißbildung.
    Äußerlich wird er bei Entzündungen der Mund und Rachenschleimhaut eingesetzt. Auch bei Fußpilz wird der Salbei volksmedizinisch eingesetzt. Überdies lassen sich mit Salbe vortreffliche Wundspülungen durchführen (Volksmedizin).
    In der Humanmedizin gibt es eine große Anzahl salbeihaltiger Arzneimittel, in den unterschiedlichsten Kombinationen (je nach Indikation). So findet man z. B. Gurgellösungen bei denen dann z. B. auch Pfefferminze und Eukalyptus enthalten sind oder aber zur Einreibung geeignete Arzneien bei Erkältungskrankheiten sowie auch in sogenannten Amara mit dem Zweck der Therapie von funktionellen Magen-Darm-Beschwerden.
  • In der Veterinärmedizin
    In der Veterinärmedizin steht zur Zeit nur ein salbeihaltiges Arzneimittel zur Wundbehandlung zur Verfügung. Dieses Präparat enthält außer Salbei noch Kamille, Hamamelis, Ringelblume und Thymol (PhlogAsept® der Fa. PlantaVet – jetzt SaluVet). Außerdem werden bei Haut- und Schleimhautproblemen auch Aufgüsse eingesetzt. 
    Auch in der Tiermedizin hat Salbei seinen Einsatzbereich zur Behandlung von Magen-Darm-Störungen. Hier dient es u. a. zur Normalisierung der Verdauung, hilft den Appetit anregen und verbessert meist das Allgemeinbefinden.
    Versuchsweise kann Salbei ggf. auch zur Minderung des Milchflusses laktierender Haustiere verwendet werden (z. B. bei der Lactatio falsa der Hündin im Rahmen einer Scheinschwangerschaft).

 

Unerwünschte Wirkungen / Kontraindikationen

Diese sind nur zu befürchten, wenn eine Überdosierung und oder ein längerer Gebrauch vorliegt. Wobei es hierzu auch nur Beschreibungen aus der Humanmedizin gibt. Symptome könnten dann zum Beispiel zentrale Erregung, Krämpfe, Schwindel und Erbrechen sein. Diese Wirkung ist dem Thujon im Salbei zuzuschreiben. Eine „Thujonvergiftung“ führt z. B. zu Schäden im zentralen Nervensystem sowie zu Leber- und Nierenfunktionsstörungen.

 

Allergische Reaktionen sind in der Theorie sicherlich möglich - wie bei allem.
Überdies wird dem Salbei eine Wehen fördernde und Milchfluss hemmende Wirkung zugeschrieben, so dass bei tragenden/säugenden Tieren von einer innerlichen Anwendung abgesehen werden sollte.

Achtung: Es sei darauf hingewiesen, dass zu therapeutischen Zwecken nur Salbeiöle verwendet werden sollten deren Zusammensetzung vom Hersteller entsprechend deklariert wird. So sind Salbeiöle mit einem Thujongehalt von > 40% zur Therapie nur in absoluten Ausnahmefällen geeignet, sollten also eher nicht zur Anwendung kommen.


Die in diesem Blog vorgestellten Hausmittel und Rezepte können Weg zum Arzt oder Tierarzt nicht ersetzen. Siehe Haftungsausschluss.