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Wie wirken Düfte über unseren Riechsinn?

Das Riechen - ein paar Fakten

Die Nase – das empfindlichste Sinnesorgan von Mensch u. Tier (Bsp. Hund, Katze)

Der Mensch verfügt über ca. 350 bekannte Duftrezeptoren und unterscheidet über 1 Billionen Düfte.

 

Düfte ohne Nase

Ca. 5% der Menschen haben keinen Geruchssinn und trotzdem wirken Düfte. Die Aufnahme erfolgt auch über die Haut und den Magen-Darm-Trakt. Sie gelangen über das Blut an den Wirkort (z. B. ins Gehirn).

 

Physiologische Wirkung von Düften

In 0,2 Sek. „von Null auf Hundert“ – heißt 0,2 Sek. dauert es, bis die Duftinformation eine physiologische Reaktion bewirkt!

 

Beispiel:
- Gerüche die Ekel, Gefahr etc. signalisieren werden nahezu unmittelbar erkannt und bewirken eine sofortige  
   Abwehrhaltung
- Ob wir eine Person „riechen können“ entscheidet sich unmittelbar beim ersten Zusammentreffen
- Ob wir uns in einem Laden, beim Arzt etc. wohlfühlen hängt nicht selten mit Gerüchen zusammen.

Neurotransmitter - zum Beispiel GABA

Was beruhigt uns?
GABA (γ-Aminobuttersäure) –Rezeptoren im Gehirn sind die wichtigsten hemmenden Neurotransmitter im ZNS. Sie hemmt bestimmte Gehirnzellen und vermittelt eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung. Der GABA-Rezeptor, ein Kanalprotein in der Nervenzellmembran, bindet GABA. Dies hat zur Folge, dass sich der sich der Kanal öffnet und negativ geladene Ionen können in die Zelle einströmen. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Zellerregung gestoppt wird.

 

Fazit: GABA besitzt eine beruhigende, angstlösende und den Muskel entspannende Wirkung und ist an der Einleitung und Aufrechterhaltung des Schlafs beteiligt

 

Duft wirkt stärker als Valium
Diazepam z. B. modulieret den GABA-Kanal, so dass er stärker wirkt. Das sorgt für eine ausgeprägte beruhigende Wirkung.

 

Duftstoffe wirken ebenfalls modulierend auf den GABA-Kanal. Das im Lavendel enthaltene Linalool aktiviert GABA, was die beruhigende, angstlösende und schlaffördernde Wirkung erklärt.
Die Minze bzw. das Menthol in der Minze blockiert GABA, was die anregende und belebende Wirkung erklärt.

Die "Anatomie" des Duftes

Was ist Geruch / Duft und was passiert beim Riechen?

Geruch ist ein aus Molekülen bestehender Reiz. Die Moleküle gelangen mit der Einatemluft in die obere Nasenhöhle. Das führt zur Aktivierung der Riechzellen in der Riechschleimhaut. Die aktivierten Riechzellen schicken Nervenreize als Stromimpulse zumRiechkolben des Gehirns. Im Riechkolben wird die Geruchsinformation vieler einzelner Duftmoleküle zu einem Gesamteindruck zusammengesetzt. Die

Weiterleitung erfolgt direkt in das Gedächtniszentrum und das limbische System (Emotionszentrum) wo es zur 
Verknüpfung und Bewertung der Dufteindrücke aufgrund persönlicher Erfahrungen (Bsp. Omas Apfelkuchen) kommt.

 

Fazit:
Die Nase unterscheidet bis zu 1 Billion verschiedener Gerüche und sie arbeitet Tag und Nacht ein Leben lang.
Die Riechschleimhaut erneuert sich im Schnitt jeden Monat und die Duftverarbeitung findet sogar bereits im Mutterleib statt.

Wirkungen des Geruchs im Gehirn

Wirkung beim Räuchern:
Lavendel: Herzöffnend, aphrodisierend, anregend
geeignet für Liebesräucherung aber auch Hilfe beim Trauern und loslassen.
Führt durch Depression

 

"Vor dem Holunder sollst Du den Hut ziehen, vor dem Wacholder niederknien"
Eigenschaften beim Räuchern: stärkend, reinigend, Konzentrationsfördernd, klärt, beruhigt, hält wach, gibt Sicherheit und innere Stabilität... .

 

Rosmarin: Nervenmittel, gleicht aus, stärkt die Nerven und die Seelenkräfte, hilft bei sich anzukommen, sich ruhig und gelassen den Inspirationen und Visionen zu öffnen.
Schützt, reinigt

Riechrezeptoren in nicht-olfaktorischen Geweben

In allen Körpergeweben finden sich Rezeptoren für Duftmoleküle. Im Darm wird nach der Aktivierung  von Riechrezeptoren Serotonin ausgeschüttet was die Verdauung verbessert. Die Haut besitzt über 20 Riechrezeptoren, davon einen für Sandelholz. Sandelholz steigert den Wachstum und die Migration v. Hautzellen und beschleunigt die Wundheilung um bis zu 1/3tel. In den Bronchien vermitteln Riechrezeptoren eine Erweiterung oder Verengung derselben. Es existieren Riechzellen in Krebszellen- Leber-, Prostata- und Lungenkrebszellen sowie Leukämiezellen reagieren auf Düfte- werden Riechrezeptoren der Tumorzellen durch Duftmoleküle aktiviert, wird die Zellteilung gehemmt. Zitrusduft hat z. B. einen wachstumshemmenden Effekt auf Leberkarzinomzellen und Veilchenduft reduziert das Wachstum von Prostatakrebszellen.