Baldrian (Valeriana officinalis)

Heilpflanze Baldrian Valeriana ätherisches Öl beruhigend nervöse Herzbeschwerden spasmolytisch muskelrelaxierend leistungsfördernd
Ein Klick auf das Bild führt zur Übersicht über die Wirkstoffgruppen.

Die Wurzel das Baldrian enthält ätherische Öle und viele andere Wirkstoffe, die beruhigend auf die Psyche wirken und somit auch bei nervösen Herzbeschwerden sowie bei nervös bedingten Magen-/Darmprobleme wirken.

 

Baldrian wirkt spasmolytisch und muskelrelaxierend und fördert die Schlafbereitschaft. Außerdem wirkt er konzentrations- und leistungsfördernd.

Er wird innerlich in Form von Tees oder Tinkturen angewendet, gerne auch in Kombination mit dem Hopfen.

 

Achtung: Baldrian kann die Narkosewirkung verstärken, daher Vorsicht bei der Anwendung vor Operationen!

Baldrian greift an verschiedenen Zell-Rezeptoren an, die für unterschiedlichste Körperreaktionen verantwortlich sind. U. a. besetzen Inhaltsstoffe Rezeptoren, die für die Wirkung von z. B. Psychopharmaka verantwortlich sind. Hierzu gehören auch die Benzodiazepine (z. B. Valium), die nicht selten Bestandteil der Narkoseprämedikation sind und somit die Narkosewirkung verstärken können.

 

Kommission E:   positive Bewertung
ESCOP:                positive Bewertung
HMPC:                 als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft
WHO:                   Monografie (Radix Velerianae)

 

Blogartikel zum Baldrian

Wirkung von Antibiotika im Vergleich zur Wirkung von Naturstoffen

Antibiotika (anti = gegen; bios = Leben) …gegen das Leben gerichtet…

 

Um einen Überblick zu bekommen, wie Antibiotika gegen Bakterien wirken, ist es sinnvoll sich ein Bakterium schematisch zu betrachten. Wobei für die Wirkung der Antibiotika die folgenden Strukturen von wesentlicher Bedeutung sind:

  •  Zellmembran
  •  Zellwand
  •  Folsäure Synthese
  •  DNA
  •  RNA
  •  Proteine

Je nach dem an welcher Stelle ein Antibiotikum angreift, wirkt dieses entweder bakterizid (Bakterien abtötend) oder aber bakteriostatisch (wachstumshemmend).

 

Wie wehren sich Bakterien gegen die angewendeten Antibiotika?

Bakterien können durch z. B. Genmutation Veränderungen erfahren, die Sie für bestimmte Antibiotika unangreifbar machen. Diese Veränderung können Sie an Ihre Vermehrungs-produkte oder aber auch an andere Mikroorganismen weitergeben.  Die Konjugation ist ein Beispiel für Parasexualität, die bei Bakterien auch weit über ihre Artgrenzen hinweg möglich ist. Sogenannte Gram negative Bakterien, die sich als Spender eignen sind in der Lage einen sogenannten Sexpilus auszubilden. Eine fadenförmige Struktur (Plasmabrücke), die eine Annäherung zweier Bakterien (Spender und Empfänger) ermöglicht, wodurch zwischen diesen beiden genetische Informationen ausgetauscht werden können. Im Ergebnis wird der Empfänger zu einem weiteren möglichen Spender. Antibiotikaresistenzen können sich auf diese Weise rasant vermehren.

Bekannte Resistenzmechanismen können z. B.  Änderungen der Zellmembran oder Zellwandstruktur sein oder aber der Erwerb von Membrantransportern, die in der Lage sind eingedrungene Antibiotika direkt wieder aus der Zelle aus zu schleusen. Manch ein Bakterium erwirbt die Fähigkeit ein Enzym zu bilden, dass das Antibiotikum außer Funktion setzt.

Außerdem bilden Bakterien sogenannte „Biofilme“ aus. Eine Vielzahl von durchaus ganz verschiedenen Bakterien lagern sich eng zusammen und bilden gemeinsam die „extrazelluläre Matrix“ aus, in die eingebettet, sie sicher vor den Antibiotika sind, da die Antibiotika nicht in der Lage sind diese Matrix zu durchdringen und an den entsprechenden Stellen im/am Bakterium anzugreifen. Diese Biofilme eignen sich auch hervorragend zu Parasexuellen Aktivitäten. Innerhalb kürzester Zeit können unterschiedlichste Bakterienarten mit neuen Resistenzgenen ausgestattet werden.

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Der Baldrian (Valeriana officinalis)

Kurzvorstellung

Der Baldrian wirkt beruhigend und schlaffördernd und kann nervöse Herz- und Magen/Darm-Beschwerden lindern. Außerdem kann er konzentrationsfördernd und anregend wirken und er ist krampflösend und muskelrelaxierend.

 

 

Wissenswertes
Die Blüten dufte stark und locken mit dem Nektar Honig- und Sandbienen sowie verschiedene Zweiflügler an. Auch Schmetterlinge sind häufig auf ihm zu Besuch. Die Art umfasst sechs Kleinarten, die zu Teil untereinander bastardieren. Früher wurde Baldrian oft in den Bauerngärten angepflanzt. Nicht wegen der Heilwirkung sondern viel mehr, weil sein Wurzelwerk für eine bessere Belüftung des Bodens sorgt und Regenwürmer von ihm angezogen werden. Wirkt auf Katzen und Großkatzen – ausgenommen Löwen – „aphrodisierend“.

 

Ernte und Lagerung

Geerntet werden die Wurzelstöcke, wenn die Pflanze „ausgewachsen“ ist. Dies ist i. d. R. mit 2-3 Jahren der Fall. Die Wurzeln werden gereinigt und bei ca. 40°C getrocknet. Gelagert werden die getrockneten Wurzeln lichtgeschützt in dunklen Behältnissen. 100qm Baldrian bringen ca. 30kg getrocknetes Wurzelwerk. 

 

 

Pflanzenheilkunde (traditionelle und volkstümliche Anwendung)
Baldrian ist eine traditionelle, seit der Existenz der griechischen bzw. römischen Medizin bekannte Heilpflanze. Seit ca. Mitte des 18. Jahrhunderts wird Baldrian wegen seiner beruhigenden Wirkung geschätzt. Anwendungsgebiete sind und waren Konzentrationsstörungen, geistige Überarbeitung, nervöse Erschöpfung, Kopfschmerzen (einschließlich Migräne), Reizbarkeit, Stress, Unruhe und Nervosität, Angst- und Spannungszustände sowie nervöse Herz- und Magen-Darm-Beschwerden. Auch Einschlafstörungen gelten als traditionelles Einsatzgebiet.

 

Pharmakologische Wirkungen und Wirksamkeit

  • beruhigend
  • Förderung der Schlafbereitschaft
  • konzentrations- u. leistungsfördernd
  • Dosisabhängig sedierend (z.B. Valerensäure u. allen Stoffen voran die Olivilglucoside) bzw. anregend
  • antikonvulsiv (z. B. Valerensäure)
  • spasmolytisch (krampflösend)
  • muskelrelaxierend
  • gegen Schlafstörungen

 

 Durch klinische Studien belegt

  • Abnahme der zentralen Hyperreaktivität
  • Verkürzung der Einschlafzeit
  • Verbesserung der Schlafqualität mit vermindertem nächtlichen Aufwachen
  • Verbesserung der Tagesbefindlichkeit (nach ca. 2-4 wöchiger Therapie)

 

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