Brennnessel (Urtica dioica/urens)

Heilpflanze Brennnessel Urtica harntreibend stoffwechselaktivierend Frühjahrskur rheumatisch-entzündlich Bewegungsapparat Gelenke Harnwege Blase
Ein Klick auf das Bild führt zur Übersicht über die Wirkstoffgruppen.

Die Brennnessel enthält Flavonide, Kieselsäuren, und Kalium- und Kalzium-Salze. Sie wirkt harntreibend und stoffwechselaktivierend und ist ein beliebtes Mittel zur Entgiftung, z.B. in Form einer allgemeinen Frühjahrskur oder gezielt zur unterstützenden Behandlung von rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Sie wird bei Prostataproblemen eingesetzt und eignet sich, kleinere Steine aus den Harnwegen zu spülen.

Aber: Vorsicht bei Blasen- oder Nierensteinen, die nicht mehr klein genug sind um problemlos ausgespült zu werden. Die Brennnessel sollte auch nicht zur Behandlung von Ödemen eingesetzt werden, die aufgrund einer schlechten Herz- oder Nierenleistung entstanden sind, und in der Schwangerschaft ist ein Einsatz dieser Heilpflanze ebenfalls kontraindiziert, da sie Gebärmutterkontraktionen auslösen kann.

 

Kommission E:   positive Bewertung
ESCOP:                positive Bewertung
HMPC:                 als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. 

 

Klinische Studien: positiv

 

Brennnesselkraut Blutzucker senkend analgetisch lokalanästhesistisch entzündungshemmend antirheumatisch aquaretisch

Verwendete Pflanzenzeile

 

 

Brennesselkraut (Urtica herba), bestehend aus den während der Blüte gesammelten, frischen oder getrockneten oberirdischen Teilen der Pflanzen.

 

 

 

 

 

Wirkungen

 

Aufgrund von in vitro Untersuchungen sowie tierexperimentellen Studien werden für verschiedene Zubereitungen aus dem Brennesselkraut/-blatt blutdrucksenkende, analgetische, lokalanästhetische, entzündungshemmende, antirheumatische und aquaretische Wirkungen diskutiert (ESCOP 2003).

 

Anwendungsgebiete

 

Innerlich: zur Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

 

Innerlich und äußerlich: zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden.

 

Dosierung und Art der Anwendung von Brennnesselkraut/-blätter innerlich

 

Tier

Mittlere Tagesdosis

Literaturangabe

Große Wiederkäuer

25-50g

Rabinovich 1987, 1988

Pferd

10-15g / 25-50g

Droumev 1975, Rabinovich 1987, 1988

Kl. Wiederkäuer

10-15g

Mamleev 1984

Schwein

10-20g

Rabinovich 1987, 1988

Hund

0,7-1g

Droumev 1975

Geflügel

3-10g

Rabinovich 1987, 1988

 

Gegenanzeigen:

 

Bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit.

 

Pflanzenpräparate für Tiere, Brennnessel enthalten:

 

ArthroRegén® Tabletten, Dose 160St. / 300St.

Ergänzungsfuttermittel mit Kräuterextrakten (Brennnessel, Weidenrinde, Teufelskralle) für Hunde und Katzen zur Unterstützung des Knorpel- und Gelenkstoffwechsels.

 

Arthroluxyl Tabletten C

 

Ergänzungsfuttermittel für Hunde

 

Anwendungsgebiete unter Angabe der Zieltierart(en)

 

Zur Unterstützung des Knochenaufbaus und des Bewegungsapparates. Schwache Gelenke werden wieder gekräftigt und belastbar. Verlangsamt den Alterungsprozess der Gelenke, indem es den natürlichen Ionenhaushalt des Knochengewebes günstig beeinflusst und dem Knochen-u. Sehnengewebe wieder Festigkeit und Elastizität verleiht.

 

Blogartikel zur Brennnessel

Wirkung von Antibiotika im Vergleich zur Wirkung von Naturstoffen

Antibiotika (anti = gegen; bios = Leben) …gegen das Leben gerichtet…

 

Um einen Überblick zu bekommen, wie Antibiotika gegen Bakterien wirken, ist es sinnvoll sich ein Bakterium schematisch zu betrachten. Wobei für die Wirkung der Antibiotika die folgenden Strukturen von wesentlicher Bedeutung sind:

  •  Zellmembran
  •  Zellwand
  •  Folsäure Synthese
  •  DNA
  •  RNA
  •  Proteine

Je nach dem an welcher Stelle ein Antibiotikum angreift, wirkt dieses entweder bakterizid (Bakterien abtötend) oder aber bakteriostatisch (wachstumshemmend).

 

Wie wehren sich Bakterien gegen die angewendeten Antibiotika?

Bakterien können durch z. B. Genmutation Veränderungen erfahren, die Sie für bestimmte Antibiotika unangreifbar machen. Diese Veränderung können Sie an Ihre Vermehrungs-produkte oder aber auch an andere Mikroorganismen weitergeben.  Die Konjugation ist ein Beispiel für Parasexualität, die bei Bakterien auch weit über ihre Artgrenzen hinweg möglich ist. Sogenannte Gram negative Bakterien, die sich als Spender eignen sind in der Lage einen sogenannten Sexpilus auszubilden. Eine fadenförmige Struktur (Plasmabrücke), die eine Annäherung zweier Bakterien (Spender und Empfänger) ermöglicht, wodurch zwischen diesen beiden genetische Informationen ausgetauscht werden können. Im Ergebnis wird der Empfänger zu einem weiteren möglichen Spender. Antibiotikaresistenzen können sich auf diese Weise rasant vermehren.

Bekannte Resistenzmechanismen können z. B.  Änderungen der Zellmembran oder Zellwandstruktur sein oder aber der Erwerb von Membrantransportern, die in der Lage sind eingedrungene Antibiotika direkt wieder aus der Zelle aus zu schleusen. Manch ein Bakterium erwirbt die Fähigkeit ein Enzym zu bilden, dass das Antibiotikum außer Funktion setzt.

Außerdem bilden Bakterien sogenannte „Biofilme“ aus. Eine Vielzahl von durchaus ganz verschiedenen Bakterien lagern sich eng zusammen und bilden gemeinsam die „extrazelluläre Matrix“ aus, in die eingebettet, sie sicher vor den Antibiotika sind, da die Antibiotika nicht in der Lage sind diese Matrix zu durchdringen und an den entsprechenden Stellen im/am Bakterium anzugreifen. Diese Biofilme eignen sich auch hervorragend zu Parasexuellen Aktivitäten. Innerhalb kürzester Zeit können unterschiedlichste Bakterienarten mit neuen Resistenzgenen ausgestattet werden.

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Wie Heilpflanzen wirken

Wie Heilpflanzen wirken und wann Sie ihren höchste Wirkstoffgehalt besitzen

Die Mehrzahl der bekannten Heilkräuter kann in eine Wirkstoffsystematik eingeteilt werden, anhand derer sich ablesen lässt, welche Kräuter gegen welche Krankheitsbilder eingesetzt werden können, und welche Pflanzen sich gegenseitig ergänzen bzw. gegeneinander austauschbar sind. Zu den in Heilpflanzen enthaltenen Wirkstoffen gehören zum Beispiel ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe und Flavonoide.


Ätherische Öle sind in allen duftenden Pflanzen enthalten und werden vor allem um die Mittagszeit produziert. Sie wirken keim- und entzündungshemmend, krampflösend, beruhigend und auswurffördernd. Sie beeinflussen auch unser Wohlbefinden. Typische Pflanzen die ätherische Öle enthalten sind z. B. Thymian, Oregano, Rosmarin, Fenchel, (Pfeffer-) Minze, Kamille, Lavendel u. v. a. m..

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