Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Heilpflanze Holunder Sambucus harntreibend schweißtreibend Flavonoide schleimlösend ätheriesches Öl Fieber Schnupfen Husten Immunsystem Holunderblüten
Ein Klick auf das Bild führt zur Übersicht über die Wirkstoffgruppen.

Die Beeren des schwarzen Holunders enthalten neben harn- und schweißtreibenden Flavonoiden und schleimlösenden ätherischen Ölen auch viel Vitamin C. Sie sind bei innerlicher Anwendung ein probates Mittel gegen Fieber, Schnupfen und Husten und zur Stärkung des Immunsystems. Außerdem wirken Extrakte aus Holunderbeeren schwach antiviral und hemmen das Wachstum von Bakterien. Den Beeren wird auch eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem nachgesagt.

 

 

Die Blüten des Holunders enthalten ebenfalls Flavonoide und ätherische Öle und werden in Form von Tees gegen Erkältung verabreicht, oft in Kombination mit Lindenblüten.

 

 

Achtung: Die frischen und insbesondere die unreifen Beeren enthalten Sambunigrin, ein cyanogenes Glykosid, aus dem giftige Blausäuren freigesetzt werden können. Holunderbeerenpräparate sind daher für Kinder und empfindliche Personen ungeeignet und sollten allgemein nicht überdosiert werden.

 

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Erfahrungsbericht: Atemwegsinfektion bei Meerschweinchen-Oma Loretta

Unsere inzwischen stolze sieben Jahre alte Meerschweinchendame Loretta ist schon seit einigen Jahren unser Sorgenkind. Von Zahnproblemen über Haarausfall bis zur akuten Darminfektion - Loretta hat alles schon gehabt.

 

Trotzdem kämpft sie tapfer, frisst alles was sie ergattern kann und hat es bisher immer geschafft, irgendwie wieder gesund zu werden auch wenn wir sie schon fast aufgegeben hatten.

 

Lorettas jüngstes Problem war eine sehr starke Erkältung: Die Nase lief mit eitrigem Ausfluss, die Atmung rasselte, sie fraß kaum noch, schlief unnatürlich viel und fror offensichtlich stark. Das eine für Meerschweinchen ungefährliche Antibiotikum wollte keine rechte Wirkung zeigen. Aber unsere Tierärztin hat glücklicherweise noch einige andere probate Mittel in ihrer "Trickkiste".

 

Zusätzlich zu dem Antibiotikum bekam Loretta pflanzliche Heilmitten verschrieben:

 

Sinupretsaft

  • Sinupret ist ein für die Humanmedizin zugelassenes pflanzliches Heilmittel und enthält Eisenkraut, Enzianwurzel, Holunderblüten, Sauerampferkraut und Schlüsselblumenblüten. Die verschiedenen pflanzlichen Inhaltstoffe wirken schleimverflüssigend auf die oberen Atemwege und sorgen so dazu, dass eitrige Nasenausflüsse besser abfließen könnnen.
  • Der Saft ist in jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Loretta bekam dreimal täglich 0,1 ml Sinupretsaft.

 

Echinaceasaft

  • Echinacea ist die lateinische Bezeichnung des Sonnenhuts, der immunmodulierend wirkt und zur Vorbeugung und begleitendenden Behandlung von Erkältungskrankheiten bestens geeignet ist.
  • Allerdings kann sich die immunmodulierende Wirkung des Sonnenhuts nach einiger Zeit ins Gegenteil kehren, so dass wir den Saft vorsichtshalber nach zwei Wochen abgesetzt und durch Propolis-Pulver (s.u.) ersetzt haben.
  • Wie auch Sinupret ist Echinaceasaft in der Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Loretta bekam während der ersten zwei Behandlungswochen dreimal täglich 0,1 ml Saft.

 

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Wie Heilpflanzen wirken

Wie Heilpflanzen wirken und wann Sie ihren höchste Wirkstoffgehalt besitzen

Die Mehrzahl der bekannten Heilkräuter kann in eine Wirkstoffsystematik eingeteilt werden, anhand derer sich ablesen lässt, welche Kräuter gegen welche Krankheitsbilder eingesetzt werden können, und welche Pflanzen sich gegenseitig ergänzen bzw. gegeneinander austauschbar sind. Zu den in Heilpflanzen enthaltenen Wirkstoffen gehören zum Beispiel ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe und Flavonoide.


Ätherische Öle sind in allen duftenden Pflanzen enthalten und werden vor allem um die Mittagszeit produziert. Sie wirken keim- und entzündungshemmend, krampflösend, beruhigend und auswurffördernd. Sie beeinflussen auch unser Wohlbefinden. Typische Pflanzen die ätherische Öle enthalten sind z. B. Thymian, Oregano, Rosmarin, Fenchel, (Pfeffer-) Minze, Kamille, Lavendel u. v. a. m..

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Hydrolate und ihre Anwendung in der Pflanzenheilkunde

Hydrolat mit aufschwimmender ätherischöl Fraktion
Hydrolat mit aufschwimmender ätherischöl Fraktion

Kurzübersicht

Hydrolate sind ein Produkt des Destillationsprozesses für pflanzliche Heilstoffe und ätherische Öle. Sie werden in der Pflanzenheilkunde im Rahmen der Aromatherapie eingesetzt, z.B. zur Behandlung von Problemen der Haut und der Mundschleimhäute oder zur Augenspülung.

 

 

Hydrolate (engl. Hydrosol)

 

Hydrolate im engeren Sinne sind Destillationswässer, "Nebenprodukte", wie sie bei der Destillation von Pflanzen anfallen, aus denen man ätherische Öle gewinnt. Hydrolate sind das wässrige Kondensat, das nach Abkühlung des Destillationsdampfes und Abtrennung der ätherischen Öle nach der Wasserdampfdestillation verbleibt. Hydrolate nehmen inhaltlich eine Zwischenstellung ein: In ihnen finden sich die wasserlöslichen Komponenten der zur Destillation genutzten Pflanze, die auch ein Tee enthalten würde. Zudem enthalten sie in Spuren suspendierte ätherischen Öle, insbesondere die nur schwer wasserlöslichen Ätherischölkomponenten. Das sind etwa die durch Oxidation der Terpene entstandenen Alkohole oder die nach Esterhydrolyse (Verseifung) entstandenen Verbindungen. Dazu gehören z.B. Monoterpen-Alkohole wie Citronellol, Linalool, Geraniol oder 1-Menthol. Hydrolate besitzen damit ein therapeutisch interessantes Inhaltsstoffspektrum.

 

Aber auch aus Pflanzen, bei denen ätherische Öle keine Rolle spielen (z. B. Hamamelisrinde), werden über Destillation sog. Pflanzenwässer gewonnen.

 

Hydrolate bewähren sich v.a. in der Wundpflege und als Augenspülungen.

 

In der Tiermedizin können sie eingesetzt werden sowohl bei den geruchsempfindlichen Tieren als auch bei Tieren mit Unverträglichkeiten für Pflanzenstoffe (Feliden, Säuglinge, Säugende, geriatrische Patienten mit mangelhafter Glukuronidierungsleistung – auch Katze). Ebenso können sie bei Allergikern/Atopikern gute Dienste leisten.

 

Anwendung von Hydrolaten

Hydrolate bewähren sich vor allem in der Wundpflege und als Augenspülungen.

 

In der Tiermedizin können sie bei geruchsempfindlichen Tieren eingesetzt werden und  sie leisten gute Dienste bei Tieren mit Unverträglichkeiten für Pflanzenstoffe (Feliden, Säuglinge, Säugende, geriatrische Patienten mit mangelhafter Glukuronidierungsleistung – auch Katze).

 

Auch bei Allergikern/Atopikern  haben sich Hydrolate bewährt.

 

 

Hydrolate in der Wundbehandlung
Eigenschaften der Hydrolate

  • Sehr gut haut- und schleimhautverträglich.
  • Ätherischölgehalt sehr niedrig (meist deutlich < 1 %).
  • Schwach sauer: pH-Wert zwischen 4,0-5,5 (Haut-pH!).
  • Stören nicht die physiologische Hautflora und den Hydrolipidmantel der Haut.


Wichtig:
Die Eigenschaften der Hydrolate sind nicht mit denen des zugehörigen ätherischen Öls identisch, denn es fehlen die wesentlichen lipophilen (fettlöslichen) Inhaltsstoffe des ätherischen Öls.  
Das Hydrolat hat in der Regel einen eigenen typischen Duft, der die Herkunftspflanze manchmal nicht erkennen lässt.


Voraussetzung für den pflegerischen und therapeutischen Einsatz: Keimfreiheit!
Hydrolate müssen

  • unter sterilen Bedingungen gewonnen und abgefüllt werden
  • vor Licht geschützt werden (Braunglas, kleine Flaschen, mit 70%igem Alkohol desinfiziert)
  • kühl gelagert werden
  • in Flaschen mit Sprayaufsatz eingesetzt werden, um den Sauerstoffzutritt zu minimieren


Anwendungsformen:

  • Anwendung in der Regel als Spray (berührungs- und schmerzfreies, sauberes, gleichmäßiges Auftragen, auch bei Fell - gegen den Strich aufgetragen - geeignet).
  • Mischen verschiedener Hydrolate problemlos möglich.
  • Mischen mit ätherischen Ölen sinnvoll, 0,5-2%ig, je nach Einsatzgebiet; dann immer vor Gebrauch schütteln, da sich die ätherischen Öle oben absetzen.
  • Mischen mit fetten Pflanzenölen (Wasser-Öl-Schüttelemulsion - frisch herstellen zur sofortigen Anwendung oder baldigem Verbrauch, weil nicht lange haltbar!
  • Creme- und Gelherstellung mit Hydrolaten; setzt hygienisches Arbeiten voraus; solche Cremes ziehen besonders gut und schnell in die Haut ein.
  • Mit Alkohol stabilisierte Hydrolate aus dem Handel sind als Raumspray geeignet, jedoch nicht für Pflege und Therapie erkrankter Haut oder Schleimhaut.


Merke:
Nicht mischbar in Pflanzenwässern, weil überhaupt nicht wasserlöslich sind z.B.:

  • Atlas-Zeder (Cedrus atlantica)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Vetiver (Vetiveria zizanioides)
  • Extrakte aus Benzoe siam (Styrax tonkinensis)
  • Extrakte aus Vanille (Vanilla planifolia)

Hier muss Ethanol als Lösungsvermittler zugesetzt werden (15-30%).
Damit ist aber eine Anwendung auf Haut und Schleimhaut nicht mehr möglich.

Anwendungsbereiche
Hydrolate werden v.a. zur Juckreizlinderung, Spülung und Entzündungshemmung eingesetzt.

 

Beispiele

 

Mundhöhlenprobleme

Reines Hydrolat (Pfefferminze, Rosmarin, Melisse, Salbei u.a.) oder Mischungen mit ätherischen Ölen, je nach Art und Grad der Beschwerden:

  • Salbeiöl bei entzündlicher Schwellung
  • Pfefferminzöl gegen Entzündung und Schmerz
  • Lemongrasöl bei Parodontitis, etc.

Anwendung als Spray oder getränkter Watteträger, Irrigator.


Otitis externa (Außenohrentzündung)
Hydrolate von Rose, Lavendel.
Anwendung als reines Hydrolat in Form von Spray, getränkte Kompresse, Spülung, Mischungen mit ätherischen und fetten Ölen, je nach Schweregrad.

Sonnenbrand
Hydrolate aus


Juckende Hautentzündungen
Lavendelhydrolat


Beurteilung der Verträglichkeit
Aufgrund der geringen Gehalte an ätherischen Ölen sind Hydrolate in der äußerlichen Anwendung auch für Säuglinge bzw. Jungtiere und für Katzen geeignet.

 

Literatur:

  • Fischer-Rizzi S: Das große Buch der Pflanzenwässer. AT Verlag Aarau und München, 2014
  • Stadelmann I: Hydrolate - unterschätzte Alleskönner. Forum 2016;48: 17-22
  • Wabner D, Beier C (Hrsg.): Aromatherapie. Urban & Fischer, München, Jena 2009
  • Warad SB, Kolar SS, Kalburgi V, Kalburgi NB: Lemongrass essential oil gel as a local drug delivery agent for the treatment of periodontitis. Anc Sci Life, 13 Apr;32(4):205-11
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Destillation

 

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