Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Heilpflanze Kapuzinerkresse Tropaeolum Glucosinolate Polyphenole Senfölglykosid antibakteriell antiviral Atemwegsinfektion Harntrakt
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Die Kapuzinerkresse wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gekürt.

Sie enthält Glucosinolate (Benzylglucosinolat), wenig ätherisches Öl (zu 90% Bezylisothiocyanat syn. Benzylsenföl), Vitamin C, Polyphenole und a. Stoffe.

V. a. dem "Senfölglykosid"  wird die antibakterielle und antivirale Wirkung zugeschrieben. Sie wird bei Atemwegsinfektionen und Harnwegsinfektionen eingesetzt. Das enthaltene Vitamin C soll das Immunsystem stimulieren.

Die Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse können als Salat gegessen, als Tee zubereitet oder als Fertigpräparat in Tablettenform eingenommen werden. Dem Essig zugegeben verleiht es diesem eine kräftig orange Farbe und einen "senfigen" Geschmack.

 

Kommission E:  positive Bewertung (in Kombination mit anderen Heilpflanzen)
ESCOP:               keine Bearbeitung
HMPC:                keine Bearbeitung

Blogartikel zur Kapuzinerkresse

Wirkung von Antibiotika im Vergleich zur Wirkung von Naturstoffen

Antibiotika (anti = gegen; bios = Leben) …gegen das Leben gerichtet…

 

Um einen Überblick zu bekommen, wie Antibiotika gegen Bakterien wirken, ist es sinnvoll sich ein Bakterium schematisch zu betrachten. Wobei für die Wirkung der Antibiotika die folgenden Strukturen von wesentlicher Bedeutung sind:

  •  Zellmembran
  •  Zellwand
  •  Folsäure Synthese
  •  DNA
  •  RNA
  •  Proteine

Je nach dem an welcher Stelle ein Antibiotikum angreift, wirkt dieses entweder bakterizid (Bakterien abtötend) oder aber bakteriostatisch (wachstumshemmend).

 

Wie wehren sich Bakterien gegen die angewendeten Antibiotika?

Bakterien können durch z. B. Genmutation Veränderungen erfahren, die Sie für bestimmte Antibiotika unangreifbar machen. Diese Veränderung können Sie an Ihre Vermehrungs-produkte oder aber auch an andere Mikroorganismen weitergeben.  Die Konjugation ist ein Beispiel für Parasexualität, die bei Bakterien auch weit über ihre Artgrenzen hinweg möglich ist. Sogenannte Gram negative Bakterien, die sich als Spender eignen sind in der Lage einen sogenannten Sexpilus auszubilden. Eine fadenförmige Struktur (Plasmabrücke), die eine Annäherung zweier Bakterien (Spender und Empfänger) ermöglicht, wodurch zwischen diesen beiden genetische Informationen ausgetauscht werden können. Im Ergebnis wird der Empfänger zu einem weiteren möglichen Spender. Antibiotikaresistenzen können sich auf diese Weise rasant vermehren.

Bekannte Resistenzmechanismen können z. B.  Änderungen der Zellmembran oder Zellwandstruktur sein oder aber der Erwerb von Membrantransportern, die in der Lage sind eingedrungene Antibiotika direkt wieder aus der Zelle aus zu schleusen. Manch ein Bakterium erwirbt die Fähigkeit ein Enzym zu bilden, dass das Antibiotikum außer Funktion setzt.

Außerdem bilden Bakterien sogenannte „Biofilme“ aus. Eine Vielzahl von durchaus ganz verschiedenen Bakterien lagern sich eng zusammen und bilden gemeinsam die „extrazelluläre Matrix“ aus, in die eingebettet, sie sicher vor den Antibiotika sind, da die Antibiotika nicht in der Lage sind diese Matrix zu durchdringen und an den entsprechenden Stellen im/am Bakterium anzugreifen. Diese Biofilme eignen sich auch hervorragend zu Parasexuellen Aktivitäten. Innerhalb kürzester Zeit können unterschiedlichste Bakterienarten mit neuen Resistenzgenen ausgestattet werden.

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Erfahrungsbericht: Atemwegsinfektion bei Meerschweinchen-Oma Loretta

Unsere inzwischen stolze sieben Jahre alte Meerschweinchendame Loretta ist schon seit einigen Jahren unser Sorgenkind. Von Zahnproblemen über Haarausfall bis zur akuten Darminfektion - Loretta hat alles schon gehabt.

 

Trotzdem kämpft sie tapfer, frisst alles was sie ergattern kann und hat es bisher immer geschafft, irgendwie wieder gesund zu werden auch wenn wir sie schon fast aufgegeben hatten.

 

Lorettas jüngstes Problem war eine sehr starke Erkältung: Die Nase lief mit eitrigem Ausfluss, die Atmung rasselte, sie fraß kaum noch, schlief unnatürlich viel und fror offensichtlich stark. Das eine für Meerschweinchen ungefährliche Antibiotikum wollte keine rechte Wirkung zeigen. Aber unsere Tierärztin hat glücklicherweise noch einige andere probate Mittel in ihrer "Trickkiste".

 

Zusätzlich zu dem Antibiotikum bekam Loretta pflanzliche Heilmitten verschrieben:

 

Sinupretsaft

  • Sinupret ist ein für die Humanmedizin zugelassenes pflanzliches Heilmittel und enthält Eisenkraut, Enzianwurzel, Holunderblüten, Sauerampferkraut und Schlüsselblumenblüten. Die verschiedenen pflanzlichen Inhaltstoffe wirken schleimverflüssigend auf die oberen Atemwege und sorgen so dazu, dass eitrige Nasenausflüsse besser abfließen könnnen.
  • Der Saft ist in jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Loretta bekam dreimal täglich 0,1 ml Sinupretsaft.

 

Echinaceasaft

  • Echinacea ist die lateinische Bezeichnung des Sonnenhuts, der immunmodulierend wirkt und zur Vorbeugung und begleitendenden Behandlung von Erkältungskrankheiten bestens geeignet ist.
  • Allerdings kann sich die immunmodulierende Wirkung des Sonnenhuts nach einiger Zeit ins Gegenteil kehren, so dass wir den Saft vorsichtshalber nach zwei Wochen abgesetzt und durch Propolis-Pulver (s.u.) ersetzt haben.
  • Wie auch Sinupret ist Echinaceasaft in der Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Loretta bekam während der ersten zwei Behandlungswochen dreimal täglich 0,1 ml Saft.

 

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Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus L.)

Nicht nur für den Menschen mehr als eine leckere Salatbeilage

Resistenzen Bakterien Pilze Problem Humanmedizin Tiermedizin Heilpflanzen Vielstoffgemische Senfölglykoside Kapuzinerkresse
Blütengröße: 3 -6 cm Blütenstiel: 6-13cm lang

Einleitung

Resistenzen gegen Medikamente sind vor allem in Bezug auf Bakterien und Pilze ein sehr ernstes Problem in der Humanmedizin wie auch in der Tiermedizin. Viel zu oft werden Antibiotika oder auch Antimykotika unsachgemäß, d. h. zu früh, unzureichend lang und oft ohne Antibiogramm und Resistenztest angewendet. Resistenzen gegen gängige Chemotherapeutika sind die bedrohliche Folge. Neben der Optimierung der Anwendung der Chemotherapeutika sind wir vor allem gezwungen uns nach alternativen Therapeutika umzusehen.

 

Diese finden wir im Pflanzenreich. Neben ihrem teils herausragenden Wirkprofil bergen sie als Vielstoffgemische deutlich weniger Angriffspunkte für die Resistenzbildung von Bakterien und Pilzen und letztlich auch Viren.

 

Senfölglykoside stellen ein Beispiel für pflanzliche Wirkstoffe mit nachgewiesener antibakterieller, antimykotischer und antiviraler Eigenschaft dar. Senfölglykoside sind vor allem im Meerrettich, in der Kapuzinerkresse, der Gartenkresse, der Brunnenkresse und in allen Kohlarten enthalten.                                            

                                                                   

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