Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Heilpflanze Spitzwegerich Plantago lanceolata Schleimstoffe Gerbstoffe Flavonoide reizlindernd Haut Atemwege
Ein Klick auf das Bild führt zur Übersicht über die Wirkstoffgruppen.

Der Spitzwegerich wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gekürt.

 

Er enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide. Er wirkt reizlindernd auf Haut und Atemwege und hat antimikrobielle Eigenschaften. Er wird innerlich als Tee, Hustensaft oder Frischpflanzensaft gegen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt.

 

Seine reizlindernde, desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung auf die Haut entfaltet sich am Besten durch Auflegen von frisch gequetschten Pflanzen auf die betroffenen Hautstellen.

 

Kommission E:  positive Bewertung
ESCOP:               positive Bewertung
HMPC:                als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

 

Klinische Studien: positiv

Blogartikel zum Spitzwegerich

Spitzwegerich-Rezepte

Wirkung des Spitzwegerich

Der Spitzwegerich wirkt reizlindernd auf Haut und Atemwege, hat antimikrobielle Eigenschaften und wirkt entzündungshemmend.

Er kann innerlich als Tee, Frischpflanzenpresssaft oder Sirup gegen Husten und andere Atemwegserkrankungen angewendet werden.

Äußerlich kann der Frischpflanzenpresssaft oder ganze, frisch gequetschte Blätter verwendet werden um entzündete oder gereizte Hautstellen zu behandeln.

Weitere Details zur Wirkungsweise des Spitzwegerich finden Sie im entsprechenden Pflanzenporträt.

 

 

Rezepte

 

Tee
Geht es um die immunstimulierende Wirkung der enthaltenen Kieselsäuren werden1-2 Teelöffel Spitzwegerichblätter mit 1/4tel L kochendem Wasser übergossen und 15 Minuten ausgezogen. Nun abseihen und mit z. B. mit Propolishonig süßen. 2-3 Tassen tgl. werden empfohlen. Davon die erste Tasse unmittelbar nach dem Aufstehen.

Geht es vorwiegend um die enthaltenen Schleimstoffe zur Beruhigung von gereizten Atemwegen, sollte ein Kaltauszug vorgenommen werden um die Schleimstoffe nicht zu zerstören. 2 gehäufte Teelöffel Spitzwegerichblätter werden dann mit 1 Tasse kaltem Wasser übergossen und 2 h ziehen gelassen. Abseihen, Tee leicht erwärmen und mehrmals täglich eine Tasse trinken. 


Spitzwegerich-Saft
Frische Spitzwegerichblätter in einem Mörser verreiben, danach etwas Wasser zufügen und den Ansatz zum Sieden erhitzen. Reichlich Honig (besser Propolishonig) hinzugeben. 

 

Frischpflanzenpresssaft
Frische Pflanze auspressen, den rohen Saft mit gleichen Teilen Honig etwas 20Min. lang köcheln.


Sirup
Weithalsglas 1cm kleingehackte Spitzwegerichblätter 1cm Rohrzucker (alternativ „Bio“-Honig) im Wechsel einfüllen. Abschlussschicht Zucker/ Hackgut muss mit Honig abgedeckt sein. Kühl und dunkel lagern. Nach ca. 2 Monaten hat sich der Zucker aufgelöst und der Saft kann durch ein feines Sieb abgeseiht werden.

Zur längeren Haltbarmachung Sirup auf 70°C erhitzen und in saubere Flaschen abfüllen und gut verschließen – Haltbarkeit bis zu 1 Jahr.

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Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata)


Kurzvorstellung

Die im Spitzwegerich enthaltenen Schleimstoffe, Flavonoide und Gerbstoffe (siehe Übersicht über die Wirkstoffgruppen unter Pflanzenporträts) wirken reizlindernd auf Haut und Atemwege und haben antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Spitzwegerich wird innerlich als Tee, Hustensaft oder Frischpflanzensaft gegen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt, oder äußerlich durch Auftragen von des Pflanzensafts oder Auflegen von frisch gequetschten Pflanzen auf verletzte oder gereizte Hautstellen.

Die Wirkung des Spitzwegerich zur Behandlung von Katarrhen im Bereich des Atemtraktes, milden Entzündungen der Schleimhaut im Mund-/Rachenraum, Insektenstichen und zur Wundheilung ist laut einer Studie der ESCOP wissenschaftlich zufriedenstellend nachgewiesen.

 

 

Ernte
Die Ernte der Blätter ist von Juni-Oktober möglich. Am besten erntet man die frischen Blätter kurz vor der Blütezeit. Es kann getrocknet und auch frisch verwendet werden. Es sollten nur frische, saubere, gesunde Blätter ohne Flecken und Beschädigungen gesammelt werden. Die Trocknung sollte zügig bei bis zu max. 45°C erfolgen. 
 

Pflanzenheilkunde (traditionelle und volkstümliche Anwendung)
Spitzwegerich ist eine traditionelle Heilpflanze deren Nutzung weit ins Altertum zurück reicht und weltweit verwendet wurde und wird. Haupteinsatzgebiet waren und sind Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen.

Atemwegserkrankungen
Der Spitzwegerich enthält reizlindernde und schleimlösende Inhaltsstoffe. Er hilft also bei z. B. Reizhusten und bei Entzündungen der Mund-/Rachenschleimhaut sowie bei Katarrhe sowie zumindest unterstützend zur Behandlung von fiebrigen Lungen- und Bronchialleiden.

Hauterkrankungen
Der Spitzwegerich wird bei Wunden und leicht entzündlichen Hauterkrankungen, sowie zur Behandlung von Insektenstichen verwendet. Hierzu werden gern Mazerate oder aber frisch „gepresster“ Saft aus den Blättern verwendet. Wird man auf einer Wanderung von einem Insekt gestochen oder ritzt sich an Gestrüpp so nimmt man frische Spitzwegerichblätter, zerdrückt/zerreibt diese zwischen den Fingern bis Saft austritt und legt diese dann auf den verletzten Hautbereich. 

In der Volksmedizin findet Spitzwegerich zu dem Einsatz im Bereich von Magen-Darm-Erkrankungen, bei Durchfällen, bei Leberleiden, zur Anregung der Harnausscheidung und bei Blasenentzündungen.

ESCOP1 Indikationen lt. der Monografie aus 2013
Katarrhe im Bereich des Atemtraktes, milde Entzündungen der Schleimhaut im Mund-/Rachenraum, Insektenstiche und Wundheilung.

Die orale Tagesdosis ist angegeben mit 
3-6g Droge für Erwachsene
1-2g Droge für Kinder >1-4Jahre
2-4g Droge für Kinder 4-10 Jahre
3-6g Droge für Kinder/Jugendliche >10 Jahre

Anwendung
oral oder lokal

Nebenwirkungen
allergische Reaktionen sind auf den Pollen zumindest möglich.

Kontraindikationen
keine bekannt

Interaktionen mit anderen Medikamenten
keine bekannt

Schwangerschaft und Stillzeit

Keine Daten vorliegend. Die Anwendung sollte unterbleiben bzw. nur nach Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Überdosierung
Es wurden bislang keine toxischen Effekte beschrieben.

 


Homöopathie
In der Homöopathie verwendet man den Breitwegerich (Plantago major). Interessanterweise wird er in der Homöopathie nicht bei Husten sondern v. a. bei Zahnschmerzen und Ohrenschmerzen, Neuralgien und bei Bettnässen eingesetzt.

Pharmakologische Wirkungen und Wirksamkeit
Den Extrakten wird aufgrund experimenteller Untersuchungen eine antientzündliche, antioxidative, antibakterielle, wundheilungsfördernde, immunmodulierende und gerinnungsfördernde Wirkung zugeschrieben. 

Der derzeitige therapeutische Einsatz beruht auf langjähriger praktischer Erfahrung und wurde in klinischen Studien am Menschen hinreichend erwiesen.

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Wie Heilpflanzen wirken

Wie Heilpflanzen wirken und wann Sie ihren höchste Wirkstoffgehalt besitzen

Die Mehrzahl der bekannten Heilkräuter kann in eine Wirkstoffsystematik eingeteilt werden, anhand derer sich ablesen lässt, welche Kräuter gegen welche Krankheitsbilder eingesetzt werden können, und welche Pflanzen sich gegenseitig ergänzen bzw. gegeneinander austauschbar sind. Zu den in Heilpflanzen enthaltenen Wirkstoffen gehören zum Beispiel ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe und Flavonoide.


Ätherische Öle sind in allen duftenden Pflanzen enthalten und werden vor allem um die Mittagszeit produziert. Sie wirken keim- und entzündungshemmend, krampflösend, beruhigend und auswurffördernd. Sie beeinflussen auch unser Wohlbefinden. Typische Pflanzen die ätherische Öle enthalten sind z. B. Thymian, Oregano, Rosmarin, Fenchel, (Pfeffer-) Minze, Kamille, Lavendel u. v. a. m..

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