Wie Heilpflanzen wirken

Wie Heilpflanzen wirken und wann Sie ihren höchste Wirkstoffgehalt besitzen

Die Mehrzahl der bekannten Heilkräuter kann in eine Wirkstoffsystematik eingeteilt werden, anhand derer sich ablesen lässt, welche Kräuter gegen welche Krankheitsbilder eingesetzt werden können, und welche Pflanzen sich gegenseitig ergänzen bzw. gegeneinander austauschbar sind. Zu den in Heilpflanzen enthaltenen Wirkstoffen gehören zum Beispiel ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe und Flavonoide.


Ätherische Öle sind in allen duftenden Pflanzen enthalten und werden vor allem um die Mittagszeit produziert. Sie wirken keim- und entzündungshemmend, krampflösend, beruhigend und auswurffördernd. Sie beeinflussen auch unser Wohlbefinden. Typische Pflanzen die ätherische Öle enthalten sind z. B. Thymian, Oregano, Rosmarin, Fenchel, (Pfeffer-) Minze, Kamille, Lavendel u. v. a. m..

Ätherische Öle gewinnt man am besten um die Mittagszeit (13.00-14.00 Uhr) dann ist der Gehalt am höchsten. Gegen Abend nimmt der Gehalt der ätherischen Öle ab. Starke Hitze kann ebenfalls zu einer Verringerung des Gehaltes führen, da ätherische Öle auch eine Art „Kühlfunktion“ übernehmen. Entgegen der oft zitierten Meinung an sonnigen, heißen Tagen z.B. Blüten oder Kraut zu ernten, macht es mehr Sinn an eher etwas kühleren, evtl. leicht bewölkten Sommertagen zur Ernte zu schreiten.

Bitterstoffe werden überwiegend nachmittags produziert und schmecken dem Namen entsprechend bitter. Sie fördern die Ausschüttung von Verdauungssäften und wirken appetit- und verdauungsanregend. Sie fördern den Gallefluss und regen den Stoffwechsel an.

Zu den Pflanzen mit hohem Bitterstoffgehalt gehören z.B. der Löwenzahn, der Enzian, der Wermut, das Tausendgüldenkraut, die Artischocke, der Beifuß, der Hopfen und v.a.m..

Ihr Bitterstoffgehalt und damit der Bitterwert ist am Nachmittag zwischen 15:00 und 17:00 Uhr am höchsten.

 

Gerbstoffe sind im Sommer am stärksten in den Pflanzen enthalten. Sie wirken zusammenziehend, austrocknend, keimhemmend und blutstillend. Sie können äußerlich und innerlich Anwendung finden. Bei Durchfall werden sie eingenommen und bei z. B. nässenden Hautwunden äußerlich aufgetragen bzw. zum Spülen verwendet. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eignen sie sich zum Spülen und Gurgeln. Pflanzen mit hohem Gerbstoffgehalt sind z. B. Blutwurz, Eiche, Brombeere und auch der Frauenmantel.

Eichen- und Walnussblätter sowie auch der Salbei haben im August den höchsten Gerbstoffgehalt.

 

Schleimstoffe können Wasser binden und quellen dadurch auf. Sie wirken „einhüllend“ und sind reiz- und entzündungslindernd. Sie wirken zudem entgiftend. Schleimstoffpflanzen sind z. B. die Malve, der Eibisch, der Spitzwegerich und auch die Königskerze.

 

Flavonoide sind gelblich-orange Pflanzenstoffe, die in der Pflanzenwelt sehr häufig vorkommen. Sie dienen der Pflanze z.B. als Sonnenschutz. Im menschlichen Körper wirken sie z. B. entwässernd und/oder schweißtreibend. Sie wirken entzündungshemmend und zellschützend. Die Goldrute, die Ringelblume und auch der Holunder enthalten neben vielen anderen Pflanzen Flavonoide.
Flavonoide dominieren im Frühjahr. Zumeist erreichen sie ihr Maximum bei Blühbeginn. Man sammelt also gern z. B. die Blätter der Brennnessel im April-Mai, wenn sie noch jung und zart sind. Jetzt sind sie besonders wertvoll für Frühlingskuren. Getrocknet können Sie auch für unsere Haustiere (aber Vorsicht bei der Katze!), vor allem auch unsere kleinen Heimtiere, gesammelt, getrocknet und für den Herbst zur Verfütterung aufbewahrt werden. Macht man die Nesselhaare unschädlich, so kann man auch versuchen sie frisch zu verfüttern.

Auch der Flavonoidgehalt ist nachmittags bis 17.00h am höchsten. Danach nimmt der Gehalt wieder deutlich ab. Beeren wie Heidelbeeren, Holunderbeeren, Schlehen und Sanddorn werden also am Nachmittag geerntet, wenn sie heilkundliche Anwendung finden sollen.

 

Grundsätzlich ist der beste Erntezeitpunkt also der Zeitpunkt, zu dem der höchste Wirkstoffgehalt zu erwarten ist. D.h. es ist nicht nur die Jahreszeit sondern auch die Tageszeit von Bedeutung.

Wurzelkräuter (z. B. der Löwenzahn und die Wegwarte) werden am besten vor Sonnenaufgang geerntet (also im Sommer gegen 4-5 Uhr in der Früh). Über Nacht sammeln sich die „Kräfte“ in den Wurzeln und mit Sonnenaufgang - wenn die oberirdischen Pflanzenteile sich auf ihre „Tagesleistung“ vorbereiten - wird ein Teil der Wurzelkraft den oberirdischen Pflanzenteilen zur Verfügung gestellt.
Auch aus diesem Grund werden Wurzeln nicht selten vorwiegend zum Herbst/Spätherbst ausgegraben. Der Aufwuchs ist abgestorben und die „Kräfte“ ziehen sich in die Wurzeln zurück.

Die in diesem Blog vorgestellten Hausmittel und Rezepte können Weg zum Arzt oder Tierarzt nicht ersetzen. Siehe Haftungsausschluss.